Meine Themen

Gute Politik entsteht durch viele einzelne, richtige Entscheidungen. Doch sie braucht auch einen verlässlichen Kompass, der Orientierung in den großen Themenkomplexen bietet. Für meine Arbeit hier vor Ort in Wolfsburg und im Niedersächsischen Landtag in Hannover haben sich drei zentrale Fragen als besonders wichtig herausgestellt. Diese prägen meinen Einsatz und meinen Blick auf die Zukunft unserer Region und unseres Landes.

Die folgenden Ausführungen sind bewusst ausführlich, denn gute Politik passt nicht immer auf einen Bierdeckel. Ich freue mich, wenn Sie sich einen Moment nehmen, die Inhalte lesen und mit mir darüber ins Gespräch kommen – gern auch persönlich, im direkten Austausch.

Wolfsburg stark für morgen machen

Wolfsburg steht vor großen Herausforderungen. Aber wir haben die Chance, unsere Stadt fit für die Zukunft zu machen – mit sicheren Arbeitsplätzen, neuen Ideen und wirtschaftlicher Stärke.

Die Situation bei Volkswagen beschäftigt viele Menschen in unserer Stadt. Deshalb stellt sich eine entscheidende Frage: Wie sichern wir langfristig Arbeitsplätze, Wertschöpfung und Perspektiven für Wolfsburg? Die Antwort liegt darin, den Wandel aktiv zu gestalten.

Wolfsburg ist mehr als nur ein Konzernstandort. Unsere Stadt verbindet starke Industrie mit technologischer Kompetenz und innovativen Ideen. Das neue Start-up-Zentrum ist ein wichtiger Schritt, um Gründerinnen und Gründer in der Region zu halten und neue Verbindungen zwischen Wirtschaft, Wissenschaft und jungen Unternehmen zu schaffen.

Mit Volkswagen, der Open Hybrid LabFactory, der Ostfalia Hochschule und unseren Kompetenzen in Digitalisierung, Mobilität und moderner Produktion bringen wir dafür sehr gute Voraussetzungen mit. Jetzt müssen wir Wolfsburg als eigenständigen Innovationsstandort noch stärker sichtbar machen – als Stadt, in der neue Technologien nicht nur entwickelt, sondern auch praktisch erprobt werden.

Gerade in Bereichen wie Künstliche Intelligenz, Smart Manufacturing, Mobilität oder Energie- und Batterietechnologien entstehen neue Chancen für hochwertige Arbeitsplätze und zusätzliche Wertschöpfung.

Dafür brauchen wir mehr Tempo bei Genehmigungen, eine bessere Vernetzung von Wissenschaft und Wirtschaft und eine Investitionskultur, die gute Ideen fördert statt ausbremst. Gute Ideen scheitern in Deutschland noch immer viel zu oft an fehlender Finanzierung oder komplizierten Strukturen.

Deshalb müssen wir Wolfsburg auch für Investoren attraktiver machen. Wenn wir wollen, dass hier neue Technologien, Start-ups und innovative Unternehmen entstehen, brauchen wir Vertrauen von privaten Investoren und internationalen Kapitalgebern. Denn disruptive Ideen entstehen dort, wo Mut, Technologie und Investitionen zusammenkommen.

Fördermittel allein werden dafür nicht ausreichen. Wolfsburg braucht ein echtes Investitions-Ökosystem – mit starken Netzwerken aus Wirtschaft, Wissenschaft, Gründern und Kapitalgebern. Ziel muss sein, dass innovative Unternehmen Wolfsburg künftig nicht nur als Industriestandort wahrnehmen, sondern auch als attraktiven Ort für Wachstum, Entwicklung und Investitionen.

Dabei gilt ganz klar: Wolfsburgs industrielle Stärke bleibt unsere Grundlage. Aber wir müssen ergänzend neue wirtschaftliche Säulen aufbauen, damit unsere Stadt auch in Zukunft ein starker und attraktiver Standort bleibt.

Die Transformation Wolfsburgs darf nicht nur verwaltet werden. Wir müssen jetzt die Voraussetzungen schaffen, damit auch die nächste Generation gute Arbeitsplätze und neue Perspektiven in unserer Stadt findet.

Wolfsburg lebenswert gestalten

Eine starke Wirtschaft allein macht noch keine lebenswerte Stadt. Wolfsburg muss ein Ort bleiben, an dem Menschen gerne leben, Familien Zukunft finden und gesellschaftlicher Zusammenhalt spürbar ist. Dazu gehören bezahlbarer Wohnraum, gute Bildung, starke Quartiere und soziale Sicherheit.

Gerade jetzt merken viele Menschen, dass sich unsere Stadt verändert. Steigende Lebenshaltungskosten, Unsicherheiten auf dem Arbeitsmarkt und hohe Baukosten belasten Familien ebenso wie junge Menschen oder ältere Generationen. Gleichzeitig geraten große Wohnungsbauprojekte ins Stocken und viele fragen sich, wie Wohnen in Wolfsburg künftig bezahlbar bleiben soll.

Dabei geht es nicht nur um neue Wohnungen. Es geht darum, lebenswerte Stadtteile zu schaffen – mit Kitas, Schulen, Nahversorgung, Freizeitangeboten und guten sozialen Strukturen.

Manchmal braucht es dabei auch die Ehrlichkeit, Fehlentwicklungen klar zu benennen. Im Sonnenkamp musste die Stadt erkennen, dass die ursprünglichen Planungen in absehbarer Zeit nicht aufgehen werden. Der Projektentwickler zieht sich weitgehend aus dem Großprojekt zurück. Statt vier Quartiere zu entwickeln, wird nur noch das bereits begonnene Quartier III weitergebaut. Für die Menschen vor Ort hat das erhebliche Folgen: Die geplante Grundschule, Sportanlagen und größere Freizeitangebote werden vorerst nicht kommen. Auch der weitere Ausbau der „Alternativen Grünen Route“ liegt auf Eis.

Die Menschen im Sonnenkamp dürfen deshalb nicht zu Wolfsburgern zweiter Klasse werden. Wer sich bewusst für ein neues Wohngebiet entscheidet, muss sich darauf verlassen können, dass Infrastruktur, Bildungsangebote und Freizeitmöglichkeiten verlässlich entwickelt werden. Stadtentwicklung bedeutet Verantwortung gegenüber den Menschen, die dort leben – nicht nur gegenüber Investoren oder Planungszahlen.

Gleichzeitig ist der Sonnenkamp auch eine Mahnung für zukünftige Planungen. Neue Wohngebiete dürfen nicht allein auf Wachstumserwartungen aufgebaut werden, sondern müssen realistisch, flexibel und langfristig tragfähig geplant sein. Das darf aber nicht bedeuten, dass Wolfsburg künftig auf neue Baugebiete verzichtet. Unsere Stadt braucht weiterhin Wohnraum für Familien, Fachkräfte, junge Menschen und Senioren. Entscheidend ist, dass neue Quartiere von Anfang an ganzheitlich gedacht werden – mit Infrastruktur, Mobilität, Bildung, Nahversorgung und echter Lebensqualität.

Dass Wolfsburg gute Stadtentwicklung kann, zeigen aber auch erfolgreiche Projekte der vergangenen Monate. Das neue Medical Office am Nordkopf wurde in außergewöhnlich kurzer Zeit geplant und umgesetzt und steht beispielhaft für modernes, urbanes Bauen mit kurzen Entscheidungswegen. Mit dem Projekt „Goldfinger“ wird ein lange wenig attraktives Hochhaus in der Saarstraße zu einem modernen architektonischen Blickfang umgestaltet – inklusive energetischer Sanierung und neuer Nutzungsperspektiven. Und auch das Projekt der Neuland „Am Mühlengraben“ zeigt, wie bestehender Wohnraum modernisiert und gleichzeitig nachhaltiger gestaltet werden kann – mit energetischer Sanierung, Photovoltaik und modernen Grundrissen.

Ich möchte, dass Wolfsburg als Ganzes sozial stark bleibt. Dazu gehört für mich:

  • mehr bezahlbarer Wohnraum für Familien, Auszubildende, Senioren und Menschen mit mittlerem Einkommen
  • moderne und verlässliche Schulen und Kitas
  • starke Stadtteile mit kurzen Wegen und guter Nahversorgung
  • soziale Angebote, die unkompliziert helfen und Menschen nicht alleine lassen
  • sowie eine Stadtentwicklung, die Lebensqualität genauso wichtig nimmt wie wirtschaftliches Wachstum

Wolfsburg hat viele Stärken: grüne Stadtteile, kulturelle Angebote, moderne Infrastruktur und eine hohe Lebensqualität. Gleichzeitig müssen wir dafür sorgen, dass diese Vorteile für alle Menschen spürbar bleiben – nicht nur für wenige. Denn eine moderne Stadt erkennt man nicht allein an Bauprojekten oder Wirtschaftsdaten, sondern daran, ob Menschen sich sicher, zuhause und mitgenommen fühlen.

Als Ihre Landtagsabgeordnete setze ich mich im Niedersächsischen Landtag dafür ein, dass Wolfsburg die nötige Unterstützung vom Land erhält – sei es für den sozialen Wohnungsbau, die Verbesserung von Schulen und Kitas oder den Ausbau der Infrastruktur. Gute Stadtentwicklung gelingt nur durch ein starkes Miteinander von Kommune und Land.

Deshalb will ich Politik gestalten, die wirtschaftliche Stärke und sozialen Zusammenhalt zusammen denkt. Wolfsburg soll nicht nur erfolgreich sein – sondern lebenswert bleiben.